Hermann R.O. Knothe
Eine Liebe zum Vogtland,
besonders zu Bad Elster
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Gedenktafel

Als Kriegsopfer war der Künstler 1915 in den Kurort gekommen. In der Johann-Christoph-Hilf-Straße wird jetzt öffentlich an ihn erinnert.

Bad Elster. Fast hätte eine heftige Windböe den "Staudengarten am GondeIteich" von der Staffelei gerissen, als sie plötzlich um die Ecke pfiff - es wäre zu schade gewesen um das originale Bild von Hermann Richard Otto Knothe. Am frühen Samstagabend wurde dem Kunstmaler im Rahmen des diesjährigen Bad Elsteraner Brunnenfestes eine späte Ehrung zuteil: an der Fassade des Hauses in der Johann-Christoph-Hilf-Straße Nummer I enthüllten Bürgermeister Christoph Flämig und Knothes Enkel Olaf Meinel eine Gedenktafel.

Die in der Werkstatt von Kunstschmiedin Kaja Matterne geschaffene stilisierte Palette mit kühn geschwungenen Pinseln trägt die Inschrift "Hermann R.O.Knothe. 1891-1961. Kunstmaler, dessen Werke viele Ansichten von Bad Elster und Umgebung zeigen. Er lebte und arbeitete seit 1939 in diesem Haus."

Wer kennt sie wohl nicht, die zumeist opulenten Bilder von Knothe, hängen sie doch im Rathaus, im Kurhaus, im Heizwerk oder auch im Albert-Bad. Knothes zweite Frau, Auguste Christine, hatte verfügt, dass der gesamte Nachlass ihres Mannes in den Besitz der Stadt übergeht. Das war nicht nur ein Ausdruck der Ehre gegenüber jenem Ort, an dem Knothe über viele Jahre künstlerisch wirkte, sondern es ist gleichzeitig als ein Zeichen der inneren Verbundenheit anzusehen, die der 1891 in Leipzig geborene Kunstmaler seit dem Dezember des Jahres 1915 gegenüber dem Ort und dem Vogtland empfand. Obwohl er seine erste Bekanntschaft unter misslichen Umständen schloss (als Kriegsverletzter war er in einem hiesigen Lazarett untergebracht), entging in der Folge seinem künstlerischen Auge nicht der landschaftliche Reichtum. Hermann Knothe blieb bis zu seinem Tode 1961 in Bad Elster. Seine unzähligen von Detailtreue, Naturliebe und Farbenreichtum geprägten, fast fotografisch akribischen Werke ließen ihn zu einem zumindest in der Region bedeutsamen Maler werden.

Wie viele andere Liebhaber war am Samstag auch Heidrun Penzel aus Tiefenbrunn bei der Gedenktafelenthüllung anwesend: "Ich mag die Bilder von Hermann Knothe", so meinte sie, "denn sie strahlen so eine Ruhe aus. Er hatte wirklich einen Blick für Landschaften und Details."

Olaf Meinel hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Gedenktafel enthüllt wurde, denn zumindest etwas künstlerisches Blut seines Großvaters hat er in sich: Zwar malt er selbst nicht, ist dafür Musiklehrer in Fürstenwalde. "Als ich sieben Jahre alt war", daran kann er sich noch gut erinnern, "wollte ich unbedingt, dass mir mein Opa zwei Löwen auf einem Felsvorsprung malt. Er konnte das Bild zumindest als Kreidezeichnung anlegen, vollendet hat er es leider nie, denn es ging ihm damals schon nicht so gut. Mir liegt es einfach am Herzen, dass mein Großvater auch von jungen Menschen nicht vergessen wird, denn ohne Bad Elster wäre er nicht gewesen, der er war, und auch Bad Elster hat ihm doch viel zu verdanken.

von ECKHARD SOMMER "Freie Presse", Lokalteil, Juni 2003

Vorn rechts: KM Georg Stahl, Chursächsische Philharmonie

 

 

Gedenktafel

Gestaltung: Firma Matterne, Messing & Bronzekunst Bad Elster

 

Herr Meinel und Bgmstr. Flämig (bis 2015)