Hermann R.O. Knothe
Eine Liebe zum Vogtland,
besonders zu Bad Elster
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1. Kunstfest zu Ehren H. R. O. Knothe - Organisation: Doreen Schumann

Bad Elster – Dem deutschen Maler Hermann Richard Otto Knothe gewidmet ist eine Ausstellung in der Kunstwandelhalle im Rahmen des 1. Kunstfestes in Bad Elster, die noch bis 4. April zu sehen ist.

„Natur und Kunst darf man nicht völlig trennen. Die eine lernt man durch die andere kennen“, zitierte Bürgermeister Christoph Flämig den deutschen Schriftsteller B.A. Wagner zur Eröffnung der Ausstellung. „Und nach meiner Ansicht hat der Maler Hermann Richard Otto Knothe auf eine ganz besondere Weise die Verbindung von Natur und Kunst gelebt“, fügt er an.

Der Kunstmaler hielt in seinen Bildern viele Ansichten von Bad Elster und Umgebung fest. Inmitten der Kuranlagen saß er regelmäßig mit seiner Staffelei, umringt von interessierten Kurgästen und brachte die Idylle des Kurbades aufs Papier. Lieblingsmotive des Kunstmalers waren unter anderen der Gondelteich und markante Plätze im Park entlang der Kurpromenade.

„Er war somit schon ein Bestandteil des kurörtlichen Lebens“, machte Christoph Flämig deutlich. Das Lebenswerk des Elsteraners umfasst neben den Impressionen aus Bad Elster auch zahlreiche Gemälde vogtländischer Landschaften, weiblichen Akt und Porträts seiner Zeitgenossen.

Auch heute sind noch viele seiner Landschaftsgemälde und Porträts in öffentlichen Einrichtungen und in Privathaushalten zu finden. Rund vierzig seiner gelungenen Werke – Leihgaben aus dem Bestand der Stadt Bad Elster und Förderkreis Sächsisches Bademuseum - sind in der Ausstellung zu bewundern.

Zur Vernissage machte der Elsteraner Kunstpädagoge Sebastian Vorein in einem Einführungsvortrag näher mit Knothes künstlerischer Arbeit als Maler und Graphiker bekannt. Sebastian Vorein besuchte in Bad Elster die Schule, absolvierte nach dem Abitur ein Studium für das Lehramt für Kunst und Geschichte an Gymnasien an der TU Dresden und hat sich im Rahmen einer Studienarbeit für das Staatsexamen mit der Biographie des Kunstmalers beschäftigt sowie ein Werksverzeichnis angelegt. „Waren anfangs die Bilder von Knothe noch etwas expressiv entstanden später sehr akribisch filigrane Arbeiten“, hob Sebastian Vorein hervor.

"Aus vielen der Zeichnungen auf seinen Skizzenblättern entstanden später großformatige Gemälde mit einer sehr realistische Wiedergabe des Ortes und war er teilweise sogar eine Art Chronist der Stadt. Auch wenn seine Bilder gerne als Andenken gekauft wurden, hat er als Kunstmaler leider nur eine geringe überregionale Bedeutung erlangt“, machte Sebastian Vorein aufmerksam.

[Wissenswertes: Im Jahre 2005 wurde an der an der TU Dresden/Institut für Kunstpädagogik eine Staatsexamensarbeit zum Thema: "Hermann Richard Otto Knothe - Maler in Bad Elster" angefertigt. Eine durchaus aktuelle und bedeutende Wertschätzung. (Anm. des Betreibers)]

Hermann R.O. Knothe, am 13.März 1891 in Leipzig geboren, hatte zunächst an der Gewerbeschule seine Gesellenprüfung in Lithographie und Steindruck abgelegt. In Leipzig studierte er an der Königlichen Akademie für grafische Künste und Buchgewerbe, bevor er 1913 zum Militärdienst einberufen und in Frankreich schwer verwundet wurde. Knothe verlor dabei ein Auge und wurde nach Entlassung aus französischer Kriegsgefangenschaft 1915 zur Genesung ins Lazarett nach Bad Elster geschickt. Noch während seines Genesungsurlaub begann er mit seiner künstlerischen Arbeit und schwärmte fortan begeistert, von der Schönheit des Ortes und seiner Umgebung“.

1919 heiratete er seine erste Frau Edla Werbatus. Aus der Ehe, die 1937 geschieden wurde, gingen drei Kinder hervor. Im gleichen Jahr heiratete er Auguste Christine Ludwig, die mit einem besonders großen Engagement seine Arbeit unterstütze und wurde der Kurort fortan seine künstlerische Wirkungsstätte. Knothe lebte im Haus in der heutigen Johann-Christoph-Hilf-Straße 1, an dem eine Gedenktafel an sein Wirken im Kurort erinnert. Im Auftrag der Badedirektion organisierte und betreute Herman R.O. Knothe auch Kunstausstellungen im Kurhaus, Badehaus und in der Wandelhalle. Obwohl er ein unpolitischer Mensch war, brachte ihm jede politische Zeitepoche Probleme, indem versucht wurde, ihn als Künstler zu vereinnahmen. Trotz dass ihm 1952 ein Berufsverbot auferlegt wurde, konnte er nach langen intensiven Bemühungen wieder seiner Tätigkeit nachgehen und auch die Wiederaufnahme in den Verband Bildender Künstler erreichen.

Trotz mancher körperlicher Schwächen arbeitete Knothe beharrlich bis 1960, bevor er am 12. Mai 1961 verstarb. Seiner zweiten Ehefrau ist zu verdanken, dass ein großer Teil seiner künstlerischen Werke erhalten blieb. Ihr Vermächtnis war es auch, den Nachlass der Stadt Bad Elster zu übergeben. „Leider sind die Bilder von der Stadt auf einem unklimatisierten Dachboden schlecht untergebracht und besteht dringend Handlungsbedarf den Bestand auf eine geeignete Weise zu sichern. Wünschenswert wäre es auch, wenn eine dauerhafte Repräsentation der Arbeiten für die Gäste des Kurortes gefunden werden könnte“, führte Sebastian Vorein abschließend aus.

Ganz besonders herzlich zur Vernissage begrüßt wurde Olaf Meinel aus Alt Golm, der Enkelsohn von Hermann R. O. Knothe. Er gab einen kleinen Einblick in das Alltagsleben der Familie Knothe, wie er sie als Kind erlebt hatte und bedankte sich herzlich für die erneute Ehrung seines Großvaters.

„In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag des Kunstmalers zum 120. sowie sein Todestag zum 50. Male. Das war Anlass mit dem 1. Kunstfest dem Thema Kunst in Bad Elster einen neuen Rahmen zu geben“, erklärte Kuratorin Doreen Schumann von der Chursächsischen Veranstaltungs GmbH, mit dem eine Kunstfesttradition im Heilbad wieder aufgenommen werden soll. Die Eröffnung der Ausstellung wurde musikalisch umrahmt von den Chursächsischen Streichersolisten.

Quelle: Foto / Text: Steffen Adler, Bad Elster


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Knothe-Jubiläum in der Zeitungsschau

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Quelle Fotos: Olaf Meinel
Quelle Foto 4: Steffen Adler, Bad Elster