Hermann R.O. Knothe
Aus Liebe zum Vogtland-
Inspirationen zu Bad Elster.
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2021 jährten sich am 13.März zum 130. Male der Geburtstag von Hermann R.O. Knothe sowie sein Todestag am 12.Mai zum 60. Male. Ein Kunstmaler, dessen Liebe und Werk vor allem der vogtländischen Landschaft und den Vogtländern galt.

2016 - Wikipedia und andere Datenbanken erfassen den Künstler

Der Eingang in die digitale Welt ermöglicht die Anerkennung der Nachhaltigkeit und Historizität seiner künstlerischen Arbeiten, die auch die Ästhetik des Schönen nicht zu kurz kommen lassen. Als Beispiele wären zu nennen Ölgemälde zum Aufbau der Marienquelle Bad Elster, den Umbau des Fernheizwerkes 1954 oder das Motiv der Knochenmühle in Neuberg/Podhradi bei Aš, die unterhalb der Straße nach Grün am Äschbach stand. Internet: Thonbrunn/Mühlen/Neuberg.

In vielen Haushalten, Kliniken und öffentlichen Gebäuden des Ortes finden sich Landschaftsgemälde und Porträts von H.R.0. Knothe, die von einer großen Liebe zu seiner Wahlheimat zeugen. Neben Motiven aus der Natur faszinierten ihn außerdem die ausdrucksstarken Gesichter vieler Vogtländer, die er häufig und gern porträtierte. Seine Bilder stellten die Menschen von "innenher" dar und zeigten ihr hartes und wechselvolles Leben.

Hermann R.O.Knothe wurde am 13. März 1891 in Leipzig geboren. 1909 legte er die Gesellenprüfung in Lithographie und Steindruck ab. Von da ab arbeitete er als Zeichner in einem bedeutenden Kunstverlage Leipzigs. Gleichzeitig studierte er an der Königlichen Akademie für grafische Künste und Buchgewerbe sowie in Dresden. Bedeutende Professoren bildeten ihn in Fächern wie Malerei, Grafik und Plastik aus. 1914 wurde auch er zum Militärdienst eingezogen, konnte aber durch eine Zurückstellung noch etwa ein Jahr als Privatlehrer eines Sohnes von König Friedrich-August III. in der Heimat bleiben. 1915 kam er an die Front nach Frankreich, verlor bei einer schweren Verwundung ein Auge und wurde zur Genesung nach Bad Elster geschickt. In diesem Genesungsurlaub begannen seine Arbeiten im Vogtland.

Vom Morgengrauen bis in den Abend hinein, bei Regen und strahlender Sonne, zu allen Jahreszeiten war der Kunstmaler zwischen Plauen und Schönberg unterwegs um zu malen. Er liebte die Natur in allen ihren Stimmungen und er liebte seine Arbeit. Viele Bilder von ihm sind bundesweit verstreut, da die gewählten Motive einen hohen Wiedererkennungseffekt besitzen. Aktuelle Anfragen dazu gibt es heute noch mehrfach.

Ab 1923 mit seiner ersten Frau in der Parkstraße 9, Pension "Karlsruh" wohnend, bezog er ab 1939 eine Atelierwohnung in der jetzigen Chr.-Hilf-Str. 1. Diese Wohnung gehörte zu den kulturellen Zentren von Bad Elster.

Dabei stand ihm ab 1937 seine zweite Frau Auguste Knothe, geb. Ludwig zur Seite, die mit großem Engagement seine künstlerische Arbeit unterstützte. Von 1915 bis 1945 organisierte und betreute er eine ständige Kunstausstellung in Bad Elster im Auftrag der Badedirektion. Diese war zuerst im Kurhaus untergebracht, später wechselte sie in die Wandelhalle. H.R.O. Knothe stellte aber auch in München, Dresden, Leipzig und Berlin aus.

Seine Auftraggeber waren führende Politiker, auch der König von Schweden war unter ihnen, sowie Universitäten und Fabrikanten im weiten Umkreis von Leipzig bis Dresden. Knothe gehörte zwar den jeweiligen Institutionen, der Reichskulturkammer bzw. dem Kulturbund, an, aber auf seine Arbeiten hatten die verschiedenen politischen Strukturen keinen Einfluss. Ausdruck der hohen Wertschätzung seiner Arbeit war u.a. sicherlich auch der Besuch von Otto Grotewohl, eines Staatsoberhauptes der DDR, in seiner Wohnung. 1948 bot man ihm eine Professur in Berlin an, die er aber aus Liebe zu seiner vogtländischen Wahlheimat ausschlug. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen. Jede Zeit brachte ihre Probleme mit, die braune wie die rote Zeit, denn kein Regime kam mit einem so unpolitischen Künstler zurecht. Schlimm war für die Familie Knothe die Zeit um das Jahr 1950, als die Polizei die Wohnung mit vielen Bildern und Möbeln räumte und den Künstler mit Berufsverbot belegte.

Schließlich, nach zwei Jahren harter Kämpfe, wurden ihm jedoch die alten Rechte wieder zuerkannt. Viele Elsteraner werden sich noch an ihn erinnern, wie er im Kurpark oder vor einem der Häuser in Elster saß und malte. Meist war er dicht umlagert von einer Menschentraube, die sein Können bewunderte. Er arbeitete unermüdlich bis 1960, trotz mancher körperlicher Schwächen, bis er am 12. Mai 1961 verstarb. 34 Jahre später, nach dem Ableben der Witwe des Künstles 1995, war es ihr Vermächtnis, einen Großteil des Nachlasses der Stadt zur Verfügung zu stellen, damit die Kunstwerke in der Region verbleiben, für die sie bestimmt waren, dem Vogtland.

Mit freundlicher Unterstützung von H.Drechsler jun., StA Nr.8/1991, S.5

Letzte Ruhestätte in Bad Elster

Der Enkel im Gespräch am Familiengrab mit interessierten Zuhörern bei einem Ortsrundgang anlässlich des 1.Kunstfestes 2011. Relief von Bildhauer Franz Matuschka Markneukirchen, auch bekannt für die Geigenbauerskulptur des Instrumentenmuseums.

Quelle letztes Foto: DSign | Graphic Concepts

Knothe fachsimpelt mit Otto Grotewohl im Kurpark Bad Elster